Was passiert also in einem Haus, das tagelang unter Wasser stand?
Zunächst ist alles gleichmäßig durchfeuchtet und damit ein Paradies für Bakterien. Sie sind winzig, anpassungsfähig und schnell. Innerhalb von Stunden beginnen sie, Enzyme freizusetzen, Nährstoffe abzubauen und Biofilme zu bilden.
Das sind schleimige Schichten, in denen sich Bakterien gegenseitig schützen und ihre Lebensbedingungen selbst gestalten, ist eine Art „Mikro-Kommune“, die erstaunlich widerstandsfähig ist. Solange die Feuchtigkeit hoch bleibt, dominieren diese Bakterien. Doch sobald das Mauerwerk langsam trocknet, ändert sich alles. Jetzt übernimmt ein anderer Mikrokosmos die Kontrolle: Schimmelpilze.
Ihre Sporen sind überall - unsichtbar, leicht und geduldig. Sinkt die Wasseraktivität auf ein für sie günstiges Niveau, beginnen sie zu wachsen. Innerhalb weniger Tage entstehen feinste Hyphen (Pilzfäden), die sich durch Putz, Holz und Tapeten ziehen.
Was zunächst nur muffig riecht, zeigt bald erste Verfärbungen: graue, grüne oder schwarze Punkte, die sich zu flächigem Befall entwickeln.
Ein klassischer Satz unter Mikrobiologen lautet:
„Erst die Bakterien, dann der Schimmelpilz.“ Das gilt besonders nach Hochwasser.